"1. VERHALTENSMUSTER:
festgesetzte soziale Handlungsvollzüge, die für die Mitglieder einer sozialen Gruppe festgelegt sind. Die Art und Weise, wie man sich gibt: z.B. Wahl der Kleider, Auftreten, Umgangsformen.
2. NORMEN:
Regeln, Maßstäbe, die von einer Institution oder Gruppe zur Verhaltenssteuerung an ihre Mitglieder herangetragen werden. Die Einhaltung der Normen ist verbindlich , wird sanktioniert oder belohnt. Normen wollen Hilfen für verantwortliches Handeln bieten und die Gewissensentscheidung des Einzelnen erleichtern. Normen ermöglichen erst ein geordnetes Zusammenleben der Menschen. "
(siehe http://www.zum.de/Faecher/kR/BW/wagner/norm1.htm)
Normen ermöglichen erst ein geordnetes Zusammenleben der Menschen? Das sehe ich anders. In unserer Gesellschaft blenden wir vieles aus und richten uns nach den Normen und Gesetzen. Wieso uns nach der Norm richten? Vor dem Gesetz sollen alle gleich sein. Genau das finde ich absurd. Wir werden gleichgestellt, aber wir sind ALLE Individuen. Niemand ist wie jemand anderes, das macht uns doch aus.
Kleines Beispiel:
Ich bin 17 Jahre alt und ich bin viel zu reif für mein Alter. Bin es eigentlich schon immer gewesen. Und ich leide wirklich drunter. Stellt euch doch mal vor, ihr habt Freunde, die um die 4 Jahre älter sind. Mit denen könnt ihr nicht viel in eurer Freizeit machen, das bedeutet: Sie haben, dem Gesetz nach, viel mehr Freiheiten und können viel mehr machen. Und was mache ich in der Zeit, wenn sie auf Konzerte und Partys gehen? Ich sitze depremiert in meinem Zimmer, philosophiere, sinniere , schreibe Sätze und male Bilder an meine Wand, bastle Wörter zu Sätze und warte, dass die restlichen 328 Tage schnell vergehen. Und mal ganz unter uns: 17 ist nun wirklich ein beschissenes Alter. Man ist hin und hergerissen zwischen zwei Welten. Einerseits erwarten ältere Leute, dass ich noch mit Puppen spiele und im nächsten Moment soll ich mich schon mit der 'Erwachsenenwelt' abgeben und darf Alkohol trinken (wobei wir wieder bei den Gesetzen wären).
" FUNKTIONEN:
Orientierung: Normen sind Ersatz für mangelnde Instinktgebundenheit des Menschen.
Entlastung: der Mensch wird vom dauernden Reflektieren über "gut oder böse" entlastet, er muß nur noch in Konfliktsituationen entscheiden.
Stabilität: Integration des persönlichen Verhaltens in die soziale Gemeinschaft.
Schutz: Unverletzlichkeit der Würde jedes Menschen.
NACHTEILE:
Einschränkung der persönlichen Freiheit, Zwang zur Einhaltung, Nachlassen der kritischen Reflexionsbereitscheaft, Belohnungsdenken, Prioritäten-Normenkonflikte:
Verantwortungs- oder Gesinnungsethik. "
Normen sind Ersatz für mangelnde Instinktgebundenheit des Menschen? Beim ersten Hören klingt es nicht logisch (unlogisch), beim zweiten Lesen macht es Sinn (sinnvoll).
Menschen sind dumm, wenn sie in großen 'Herden' leben, aber auch wenn sie alleine sind.
Entweder reißt sich ein Mensch die Macht an sich und regiert somit die Truppe, legt alle Werte und Gesetze fest, oder die Menge ernennt jemanden zum 'Herrscher' und dieser entscheidet dann über diese Menschen unter ihm, aber immer in Einverständnis und viel Interaktion mit seinem 'Volk'.
Ist ja alles schön und gut, aber dadurch vernachlässigen wir unsere Intelligenz. Wie schon im Zitat gesagt: Wir müssen nur noch zwischen gut und böse unterscheiden. Uns wird das Denken abgenommen und wir müssen nach unserem Empfinden entscheiden. Was ist das eigentlich für ein Leben, das wir führen? Wieso macht sich niemand Gedanken darüber?
Ich habe ein Buch bei mir im Regal, das ich mir einfach mal so gekauft habe, weil es mich äußerlich sehr ansprach. Nicht mal den Klappentext oder reingelesen habe ich.
Titel? 'NICHTS - WAS IM LEBEN WICHTIG IST'
Autor? JANNE TELLER
Dieses Buch ist ein poetisches, philosophisches Meisterwerk. Ich war 15, als ich es gelesen habe. Am Anfang war es etwas schwierig, diesem Schreibstil zu folgen und wirklich in diese Welt des Denkens zu schlüpfen. Dabei ist mir aufgefallen, dass ich mir eigentlich schon immer solche Gedanken gemacht habe. Nun wurden sie aber auch niedergeschrieben. Im Grunde ist es nichts anderes als eine Frage der Existens und eine Suche nach dem Sinn des Lebens.
'Nichts hat eine Bedeutung'.
Dies ist die Aussage des Jungen, der sich in der Geschichte sträubt, zur Schule zu gehen. Und seine Mitschüler wollen ihm das Leben zeigen und ihn von seinem Pflaumenbaum holen, auf dem er sich drapiert hat und ständig kluge Sprüche von sich gibt.
Mich wundert allerdings, dass diese Kinder erst in der 7. Klasse sind und in ihrem Alter schon der Existenzfrage nachgehen. Selbst ich habe erst mit 14 oder 15 Jahren damit angefangen. Und das ist ein kleiner Unterschied. Finde ich. Unter diesem Umständen hat die Autorin einen kleinen Fehler eingebaut. Aber das verzeiht man ihr ehrlich gesagt schnell, wenn man das Buch durchgelesen hat. Die letzte Seite hat mich am meisten bewegt. Auch nach acht vergangenen Jahren sind die Protagonisten nicht zur Normalität zurückgekehrt. Das finde ich bemerkenswert. Wunderschön!
Lest es euch am besten einfach selber durch! Es lohnt sich!
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Was meine Normalität angeht: Ich bin noch nicht zur Klarheit vorgerückt. Ja, ich habe Spaß und ich kann lachen. Aber es ist nicht das Gleiche.
Trotzdem fühle ich mich in den letzten Tagen einfach wie ausgewechselt. Vielleicht liegt es auch einfach daran, dass der Sommer endlich eingekehrt ist und ich den Alltag genießen kann. Im Moment ist er eher abwechslungsreich und nicht allzu langweilig. Fast jeden Tag bin ich unterwegs und mache mal hier, mal da etwas. Der Ausgang dieses Traums entfernt sich. Tag für Tag. Direkt vor meinen Augen.
Vielleicht. Ganz vielleicht muss ich ewig hier bleiben und hoffen.
Vielleicht. Ganz vielleicht finde ich bald den Notausstieg.
Vielleicht. Ganz vielleicht habe ich noch zu viele Illusionen.