Letztens war ich mit meinem Freund und
seiner Familie beim Italiener. Das Essen war klasse und wir haben
Wein getrunken, mein Freund Weißwein und ich Rotwein. Wir sind auf
den Geschmack gekommen. Wein ist irgendwie eine schöne Entdeckung.
Für mich jedenfalls Rotwein. Natürlich haben wir an dem Abend nur
den Besten verkostet und er ging runter wie Sahne. Am Gaumen hatte
man dieses cremige Gefühl, genauso wie wenn man Sahne verzehrt. Ich
mag dieses Gefühl und daher habe ich etwas mehr von dem Wein
genossen.
Es wurde ein langer Abend mit schönen
bzw. inhaltslosen Gesprächen. Die Gemeinschaft war allerdings nicht
so normal, wie ich es erwartet hatte. Da mein Freund ja auch einen an
der Waffel hat, genau wie ich, war dementsprechend auch seine Familie
sehr extrovertiert und ich hab mich sehr wohl gefühlt. Es ist schön,
wenn man sich nicht als Außenseiter in einer eigentlich für sich
fremden Familie/Gemeinschaft fühlt. Und interessant ist es auf jeden
Fall auch.
Solche Abende sollte es öfter geben,
aber nicht zu oft, dass es schon wieder zum Alltag gehört. Denn
Alltag ist Folter. Für mich. In letzter Zeit habe ich echt viele
unterschiedliche Sachen gemacht und erlebt und es ist aufregend. Dies
sollte immer so weiter gehen. Doch nun sitze ich wieder hier in
meinem Zimmer und denke über meinen einfachen Alltag nach. Was stört
mich eigentlich? Wieso hasse ich einen Alltag?
Hier habe ich mal eine kleine Liste
aufgestellt:
- Aufstehen um die selbe Zeit
- jeden Morgen das Gleiche essen (2 Toast mit Erdbeermarmelade und Käse)
- zur Schule gehen
- dieselben Menschen auf dem Schulweg treffen
- die Frau, die ihr Kind mit dem Mofa zur Schule fährt, wobei SIE fährt und das Kind läuft!
- Am hässlichen Schulgebäude vorbeilaufen
- Freunde und Mitschüler begrüßen
- in der Schule sitzen und 'lernen', wobei in unserer Schule nicht viel passiert und sehr viel ausfällt
- dumme Mitschüler bemitleiden, weil sie einfach nur dumm sind und 'Nomaden' eklig finden
- nach Hause laufen
- dieselbe Frau mit ihrem Mofa und Kind begegnen, das Kind ganz aus der Puste und die Mutter schreiend nebenherfahrend (beide etwas dicker)
- Zuhause den Putzplan beachten
- nervige Geschwister ermahnen, dass sie doch bitte mal leise sein sollen, wenn sie zusammen Pferd und Reiter spielen, sich gegenseitig im Haus jagen, wobei der Altersunterschied 4 Jahre beträgt und die Größere mittlerweile schon fast arbeiten gehen kann... traurig
- Zimmer aufräumen, ich bin NIE mit meiner Ordnung zufrieden, obwohl es ordentlich ist!
- Musik machen, Klavier und Gitarre spielen
- an einigen Tagen zur Physiotherapie gehen, allerdings ist das ein positiver Punkt
- Arbeiten gehen
- nichts Aufregendes erleben...
- Langeweile
- Kaffee trinken
- Wand bemalen
- Tür schmücken
- usw.
Tja, was soll man dazu sagen? Einige
Punkte, wie Kaffee trinken sollten nicht allzu ernst genommen
werden.. :)
In letzter Zeit hat sich mein Leben
etwas verändert und ich weiß nicht genau, ob ich das negativ oder
positiv sehen soll. Das Träumen der Realität ist schlimmer geworden
und ich frage mich, ob ich irgendwie zum Psychiater gehen sollte.
Aber bringt es was?
2 Wochen oder länger war bei uns
Sonne, nun ist der Regen in der Nacht wiedergekommen. So, als ob
jemand versucht hat, für alle anderen glücklich aus zu sehen,
dennoch nach einer gewissen Zeit in Tränen ausbricht, weil sie nicht
mehr kann. Der Person geht es nicht gut, aber sie holt das Beste aus
jeder Situation und sieht das Leben als eine Art Herausforderung.
Aufgeben ist aber immer wieder ein Punkt auf der Tagesliste. Die
Person ist gebrochen.
Ich bin gebrochen, dem Tränen nah.
Nichts fühlt sich hier real an.
Ich mache zwar wieder Sport, bin
wieder dünner geworden, meine Haut wird besser und ich bin gewachsen
(oder bilde es mir ein). Essen kann ich auch so viel wie ich will.
Das ist doch nicht fair, oder? Wenn ich wieder wach wäre, würde es
wieder ganz anders aussehen.
Ich hätte keine Freunde, weil ich sie
durch meine depressiven Stimmungen fernhalte. Ich wäre dick und
pickelig. Ich würde mir Zukunftspläne in meine Beine ritzen, um
meinen richtigen Weg zu finden. Und irgendwann. Irgendwann würde ich
mich umbringen, weil ich gebrochen bin. Zerstückelt. Zerschnitten.
Kaputt. Müde. Dem Traum nachtrauernd.
Ich denke, ich sollte diesen Traum
solange genießen, wie ich ihn habe. Also habe ich mir vorgenommen,
meinen Alltag zu streichen und YOLO in diese abgefuckte Welt zu
schreien. Aufwachen will ich nicht. Was soll das bringen? Nüchtern
dort in einer grauen, blutigen Welt herum zu strolchen bringt wohl
nicht die besten Konditionen für einen erfüllten Tod.
Also liebe Leutchens, ich bin nicht
suizidgefährdet oder habe irgendwelche andere psychischen Störungen.
Ich bin so, wie ich bin. Und wenn ihr das nicht versteht, dann seit
ihr einfach zu normal!
Das Nichts ist etwas, was wir nicht
kontrollieren können. Im Endeffekt hat nichts eine Bedeutung.
Geld, Macht und Sex. Nichts hat eine
Bedeutung. Lasst euch das mal durch den Kopf gehen. Im nächsten Post
werde ich darauf näher eingehen.
"I wanna take you somewhere so you know
I care,
But it's so cold and I don't know
where.
So I pick you daffodils, in a pretty
string,
But they won't flower like they did
last spring"
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